Vom „Prinzip konstruktiver Verblödung“ nach Sven Nachmann


Wenn KundInnen im Coaching von sozialen Systemen berichten, die eine hohe Komplexität aufweisen, weil sich etwa schon diverse BeraterInnen intervenierend eingemengt, sich mehrere Probleme eingestellt, sich unterschiedliche Restriktionen gezeigt haben, etc. – dann besteht die Gefahr des Verlierens der Handlungsfähigkeit.

Das Berücksichtigen der Beratungsleitlinie „Reiz des Gegenteils“ bedeutet diesfalls das Befolgen der Regel, dass bei Systemen mit hoher Komplexität hilfreicherweise komplexitätsreduzierende Maßnahmen ergriffen werden sollten. Es geht dann nicht etwa um das Sammeln zusätzlicher Informationen, sondern vielmehr um das bewusste Ignorieren von solchen. Eine diesbezügliche Komplexitätsreduzierung macht das Auffinden von Anregungen für konstruktive Lösungen in der Praxis wesentlich wahrscheinlicher. Weiterlesen

Wie MitarbeiterInnengespräche „in die Hose“ gehen…


Das MitarbeiterInnengespräch – oft beschrieben, vielfach besprochen, häufig kommentiert, in unzählige Fragenkaskaden gekleidet – stelle ich ins Zentrum meiner heutigen Betrachtungen.


MitarbeiterInnengespräch – Basisdefinition

Das „Führungsinstrument MitarbeiterInnengespräch“ lässt sich definieren als „strukturiertes Gespräch, das in regelmäßigen Abständen nach gleichem Ablauf und gleichen Grundsätzen zwischen MitarbeiterIn und direkter Führungskraft geführt wird.“ Kurz gefasst geht es darum, das Vergangene zu reflektieren, das Jetzt zu besprechen und die Zukunft ins Auge zu fassen. Von MitarbeiterInnen wird dies als wertschätzend empfunden und – verbunden mit konstruktivem Feedback (also dem Mitteilen von Wahrnehmungen der Führungskraft und nicht der bloßen Bewertung durch diese) – als wertvolles Rückspiegeln wahrgenommener Entwicklungs- und Verbesserungspotenziale zumeist begrüßt. Weiterlesen

Die „systemische Schleife“ – ein Prozessmodell


Bei meiner systemisch-lösungsorientierten Tätigkeit in den Bereichen Organisationsberatung bzw. -entwicklung spielt das Basismodell der sogenannten „systemischen Schleife“ eine wichtige Rolle. Worum es dabei geht? Nun, es handelt sich hierbei um ein recht simples (im besten Sinne) Prozessmodell, welches treffend die systemische Haltung zum Ausdruck bringt. Weiterlesen

Ein paar merk-würdige Zitate…


Heute möchte ich mich darauf beschränken, zehn Zitate – selbstverständlich samt deren Urhebern – anzuführen, die mich schon längere Zeit begleiten und über die ich immer noch nachdenken\schmunzeln\staunen kann: Weiterlesen

Zirkuläre Fragen im Coaching


Zirkuläre Fragestellungen erweisen sich häufig als hochwirksame (und etwa bei der Arbeit mit Systembrett als unentbehrliche) systemische Interventionen – sowohl im Einzel- als auch im Teamcoaching. Zirkuläres Fragen möchte ich an dieser Stelle definieren als „spezifisches Frageverhalten, welches nie direkt ist, sondern eine Außenperspektive erfragt, die dazu geeignet sein kann, neue Sichtweisen in einen Beziehungskontext einzuführen“. Zirkuläre Fragen können unter anderem dazu dienlich sein, Informationen über den Kommunikationskontext zu sammeln, Ideen für alternative Deutungsmuster und Verhaltensoptionen zu ermöglichen, Perspektivenwechsel anzuregen, herkömmliches Denken in Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen infrage zu stellen, usw. Weiterlesen

Es ist nicht immer kompetent, kompetent zu wirken…


Sie wissen ja: Manchmal ist es nicht so entscheidend, ob man eine Kompetenz hat, viel entscheidender kann es sein, ob andere glauben, dass man über sie verfügt. So weit so gut: Das könnte eine brauchbare Erklärung für so manchen Vorstand oder so manche Geschäftsführerin sein. Doch wie steht es um die Kompetenz der Inkompetenz? Weiterlesen

Feste und lose Kopplung in Organisationen


Was zunächst vielleicht ein wenig eigenartig anmutet, nämlich Organisationen gemäß ihren jeweiligen Kopplungsmodalitäten zu unterscheiden, wirkt einleuchtend, wenn wir mit diesem Fokus etwa kleine Familienbetriebe mit großen Industrieunternehmen vergleichen: Weiterlesen

Neun Funktionen von Konflikten…


Konflikte können oft wesentliche Funktionen erfüllen – interessante und hilfreiche Fragen dazu im Rahmen der Konfliktbearbeitung können etwa folgende sein: „Wer profitiert von einem Konflikt?“ „Und inwiefern?“ „Wozu ist der Konflikt sonst noch gut?“, „Welchen Preis könnte die Abwesenheit des Konflikts haben?“, usw.

An dieser Stelle möchte ich beispielhaft neun mögliche Funktionen von Konflikten anführen: Weiterlesen

Zweitbeste Anliegen oder: Erarbeitung der zu einem Thema zweitbesten Vorstellung\en in Zukunft im Coaching


Als essenzielle Basis für meine folgenden Ausführungen sind die Überlegungen von Gunther Schmidt zu „Sehnsuchtszielen“ zu nennen – von ihm durfte ich bereits sehr viel lernen…


Anliegen, deren Erreichen völlig oder weitgehend außerhalb des Einflussbereichs der Kundschaft liegen

Systemisch-lösungsorientiertes Coaching nach dem „Wiener T-A-Z-A-Modell“ folgt der Struktur, dass die Kundin\der Kunde auf Nachfragen seitens des\der Coach ihre\seine Themen benennt und in der Folge eines davon (jedenfalls ein Thema im beruflichen Kontext) zur Bearbeitung auswählt. Sodann wird durch den\die Coach die bestmögliche Vorstellung zu diesem Thema in Zukunft – Anliegen genannt – erfragt. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang das Hinterfragen, wieweit sich das Erreichen dieses Anliegens im eigenen Einflussbereich der Kundin\des Kunden befindet. In der Folge werden von Kundschaft und Coach ein Ziel im Sinne der SMART-Kriterien für das Gespräch entwickelt und dem\der Coach ein operabler Auftrag\operable Aufträge erteilt. So weit so gut… Weiterlesen

Idealtypische Funktionen wohlgeformter systemischer Interventionen im Rahmen von Organisationsberatung


Unlängst bin ich gefragt worden, welche Funktionen „wohlgeformte“ systemische Interventionen im Rahmen von Organisationsberatung idealerweise entfalten können. Ich habe mir etwas Bedenkzeit erbeten und zwei Tage später mit folgender kurzer Aufzählung geantwortet, die selbstverständlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: Weiterlesen